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   Heilsberg ist eine der kleinen Städte mit vielen Sehenswürdigkeiten im ehemaligen Ostpreußen. Sie liegt 48 Kilometer nördlich von Olsztyn (Allenstein) an der Mündung der Simser (Symsarna) in die Alle (£yna). Die ersten mittelalterlichen Besiedlungen in der Gegend des heutigen Lidzbark reichen bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhundert zurück. Um 1240 legten die Ritter des Deutschen Ordens an der Stelle eines befestigten Ortes des Pruzzenstammes der Warmier eine neue befestigte Burg an. Sie wurde von den ihre Freiheit verteidigenden Pruzzen zweimal erobert (1242 und 1261) und ging bereits vor 1260 in den Besitz des ersten Bischofs von Warmia (Ermland), Anselmus, über. Der Bischof Johann I von Meissen(1350-1355) wählte Lidzbark zum bischöflichen Sitz. 1308 erhielt Heilsberg das Stadtrecht. 

     Die Pfarrei ist angeblich schon im 13 Jh. entstanden. Ihr erster Pfarrer war der Priester Heynemann, der in de Jahren 1305-1321 wirkte. Im Jahre 1315 wurde die Holzkirche eingeweiht, an deren Stelle die heutige Kirche steht und deren Bau Mitte des 14 Jhs. begonnen wurde. Sie war kleiner als die heutige Kirche. Ihr Presbyterium bildete das heutige vierte Joch und es schloss sich mit 3 Arkaden in Richtung des nördlichen Schiffes der Kirche an. Ursprünglich war das eine Basilika, die in ihrer Konzeption an „die Mutter der Kirche“ in Ermland – dem Dom in Frauenburg anknüpfte. Die unteren Stockwerke des Turms, mit an den Seiten anliegenden Kapellen baute man Ende des 14. Jhs., aber sein oberer Teil blieb noch lange aus Holz, denn im Jahre 1484 erwähnte man , dass er noch nicht fertig war. 

      In der Chronik des Pfarrers Georg Adalbert Heide (1706-1765) lesen wir über Brände in den Jahren 1400, 1442 und dem größten Brand im Jahre 1491. Dabei sind das Kirchendach und das Gewölbe verbrannt und der gotische Hauptaltar und die Kanzel zerstört worden. Der nächste große Brand (25. März 1698) zerstörte wesentlich den Bau, verbrannt waren das Dach und der Turm.

   Der Innenraum ist in drei Schiffe und fünf Joche geteilt. Die Sternengewölbe stützen sich auf 4 Paare der Wandsäulen. Im Hauptschiff sind die Gewölbe zwölfteilig, in den Seitenschiffen achtteilig. Das Gewölbe ist geteilt mit einer sog. Leitrippe. Die Arkaden zwischen den Schiffen sind spitzbogig. Auf dem Schlussstein der Vorhalle unter dem Turm befindet sich das Lamm -das Wappen des Ermländer Bistums. 

   Das damals aufgebaute Dach ist niedriger als das ursprüngliche Dach, was an der Turmwand von der östlichen Seite sichtbar ist. Auf seinen First fertigte man im Jahre 1701 ein Türmchen mit einem Dachreiter. Der Turm besteht aus fünf Stockwerken, gekrönt mit einem Barockhelm mit Laternen, über denen sich die Skulptur aus Bronze wurde aufgestellt, als die Kirche im Jahre 1717 unter den Schutz des Engels Michael gestellt wurde. Darüber eine Fahne mit dem Wappen vom Bischof Teodor Potocki- Pilawa (zweieinhalb des Kreuzes). 

   Die heutigen Glocken „Maria“, „Stefan“ und „Theodor“ wurden im Jahre 1957 gestiftet anlässlich den 300 Jahren des Kazimierz Gelübdes, der Entlassung der Ermländischen Diözese an die polnische Kirchenadministration. 

  Der Turm ist mit dem verputzten Fries mit Rosetten und Blenden verziert. Um den Turmhelm errichtete man ein Geländer. Die Uhr hat der Bischof Stanislaus Hosius im Jahre 1562 gestiftet.

   Generell hat man die Kirche im 17, 18. und 19. Jh. restauriert. Bei den Renovierungsarbeiten in den Jahren 1871/1872 bemühte man sich, den gotischen Stil der Kirche wiederherzustellen. Infolgedessen baute man im Jahre 1891 ein neues Presbyterium an, indem man sich an das Projekt des Diözesearchitekten Arnold Guldenpfenning aus Paderborn anlehnte. Die Kirche ist ein orientalisches Hallenbauwerk mit Rechteckgrundriss von 70x24m, die innere Höhe beträgt 18m, die äußere Höhe 25m, die Breite in der Sakristei 32 m. Der Turm hat folgende Grundfläche: 11x12m, Höhe 66m. Auf dem Dachfirst befindet sich ein kleiner Turm mit Dachreiter, damals gekrönt mit einer Fahne aus dem Jahre 1701. 

   Im Presbyterium errichtete man drei neue Mosaikfenster. Im Zentralfenster der heilige Maria und Heilige Evangelist Johannes zu sehen. 

   . Im Jahre 1878 fertigte man in der Werkstatt von Quednow in Gutstadt die Orgelempore, die Kanzel und die Bänke. In diesem Zeitraum sind auch die 12 Apostelfiguren aus Terrakotta in München hergestellt worden. Sie stehen heute auf der Mauer beim Pfarrhaus. 

   Die heutige Ausstattung der Kirche unterscheidet sich ganz wesentlich vom 16-18 Jh. Im 18. Jh. befand sich in der Kirche ein Barockaltar eine Stiftung des Bischofs S.A. Grabowski. Von ihm sind zwei Rokokoskulpturen aus dem Jahre 1761 (Engel) geblieben.

Der heutige neogotische Hauptaltar stammt aus den Jahren 1912-1915 und hat eine Triptychonsform mit emporstrebendem Überbau. 
Er enthält in Form eines Flachreliefs die Szene der o.g. Heiligen Peter und Paul, des Engels und in der Verzierung den Auferstehenden Christus, die Seitenszenen gekrönt mit einem durchsichtigen Ornament. 
Am Antependium sieht man zwei neogotische Bilder, die das Alten und Neuen Testamentes darstellen. 

Es ist ein polychromierter, vergoldeter Holzaltar von 5x9m. Am Ende des nördlichen Schiffes befindet sich ein neogotischer Altar aus dem Anfang des 20. Jhs. Mit „Kreuzigung“ von 3x6m. An den Kreuzseiten befindet sich in Form eines Flachreliefs Symbole der vier Evangelisten. Unter dem Kreuz stehen Figuren der Heiligen Maria und des Hl. Johannes.

An der gegenüberliegenden Wand (im südlichen Schiff) befindet sich ein neogotischer Seitenaltar aus dem Jahre 1899 mit einem aus der Barockzeit stammenden Bild der heiligen Maria Œnie¿na aus dem 17 Jh. und einem Silberkleid aus dem 18. Jh. Das Bild der Heiligen Maria Œnie¿na (130x260cm) hat einen Sezessionshindergrund aus grünem Korduan (gepresstes Leder).

   Im dreiachsigen, einstöckigen Altar mit durchbrochener Krönung steht auf der Achse unter dem Baldachin die Skulptur der Heiligen Anna Salbdritten. 

   Die Aufmerksamkeit zieht auch auf sich die klassizistische Kanzel aus der Jahrhundertswende 18/19 Jh.- aus Holz, polychromiert und vergoldet. Sie hat Treppen, Rückenlehne und Baldachin. Die Abmessung der Kugelhaube betragen 100x150 cm. Auf der Kugelhaube und am Treppengeländer befindet sich Ornament aus kleinen Festtonen und Voluten. Der Baldachin ist gekrönt mit Voluten und einer Gestalt des Engels.

   Im Jahre 1605 befand sich in der Kirche ein Hauptaltar, gestiftet von Bischof Simon Rudnicki mit der Heiligen Peter, Paul, Andreas, Stanislaus und der Heiligen Katharina. Von diesem Altar blieb ein italienisches Bild „Geburt Jesu“, datiert auf das Jahr 1605, erhalten. (Zur Zeit unter dem Turm). 

Zu den historischen Seitenaltären gehört auch der Altar des Erzengels Michael (an der dritten südlichen Säule), gestiftet vom ermländischen Bischof Nikolaus Szyszkowski (1633-1643) Wappen Ostoja. In der Mitte des Altars befindet sich das Bild des Heiligen Michaels aus dem Ende des 19. Jhs.

   Ende des 17. Jhs wurde der Hauptaltar angeblich umgebaut. Mit diesem Ereignis verbindet man die großen Figuren der Heiligen Peter, Paul und Andreas, die heute im Presbyterium stehen. Von einem anderen Altar stammen die Skulpturen der vier Evangelisten, die sich an den Zwischenschiffsäulen befinden.

   In der Mitte des Hauptschiffes hängt ein Leuchter aus dem Jahre 1604 mit zweiseitiger Figur der heiligen Maria. 

   Die Aufmerksamkeit verdienen auch die Apostel-Bilder aus dem 17. Jh. Sie hängen an den Seitenwänden der Kirche. 

   Ursprünglich gab es hier auch zwei Mosaikfenster mit Bildern von dem Heiligen Adalbert, Patron von Preußen, und vom Hl. Andreas, Patron vom Ermland. Sie wurden zur südlichen Kapelle unter dem Turm verlegt, da sie durch zwei Seitenaltäre verdeckt waren. Der oben erwähnte Architekt baute auch zwei Vorhallen: nördliche und südliche. 

   Im Fußboden der Kirche (oft verwischt) Grabplatten sichtbar. An der Wand des südlichen Schiffes sind Grabschriften oft mit polnischen Namen angebracht. Eine andere Grabschrift ist auf der gotischen Renaissance- Grabplatte von Hildebrandt Ferber (1530) von den Abmessungen 225x146 cm mit eingravierter Gestalt des Verstorbenen und seinem Wappen und einer Überschrift am Rande der Platte zu sehen. Nach beliebiger Übersetzung lautet sie: Herr Hildebrandt Ferber, ein sehr ehrenwürdiger Mann bittet Gott um Rettung als unwürdiger Mensch. 1530 nach der Geburt Christi trennte sich sein Körper von seiner Seele, als er am 1. Juni selig im Herrn entschlafen ist. Hier begrub man christlich seine Leiche.

Zu den wertvollen gehört im nördlichen Schiff eine aus der Renaissance stammende Bronzegrabschrift der Mutter des Bischofs Jan Dantyszek, aus dem Jahre 1539. Diese Grabschrift besteht aus drei verschiedenen Platten. 

   Aus dem 17 Jh. stammen auch das Bild der Mutter Gottes des Rosenkranzes, des über dem Eingang zur Sakristei hängt. 

   Unter dem neuen Chor steht die älteste von allen in der Kirche stehenden Bänken, die aus dem 1648 stammt. 

   Aus der alten Umgebung der Kirche ist das Barocktor mit 2 Stockwerken aus dem Jahre 1760, sog. Kampanile (Denkmal der Gruppe „0“), mit einer Figur der Heiligen Maria mit Kind aus dem Jahre 1709 erhalten. Sie ist mit einer Laterne gekrönt, über der die Fahne mit dem Wappen des Ermländer Bistums und dem Datum 1761 angebracht wurde. Im Turm befand sich eine Trauerglocke. 

An der nördlichen Kirche befinden sich eine historische Figur der Heiligen Maria mit Kind aus dem Jahre 1709 sowie ein Kreuz aus dem Spätbarock des 18. Jhs. 

   Im August 2008 feierte Lidzbark seinen 700 Jubiläum. An der nördlichen Seite der Kirche (der Eingang von der Stadt) wurde eine neue Gedenktafel mit Gestalten des Engels Michael und Apostel Peter und Paul befestigt. Die Aufschrift auf der Tafel lautet, dass die Einwohner der Stadt und der Gemeinde dem Gott für seinen Schutz danken und um seine Gnade bitten.